Was noch zu sagen ist

Es ist bereits spät oder schon früh. Ich sollte schlafen. Schicke ich diesen Beitrag auf die Reise, wird er dem Sonntag zugeordnet. Ich bin hinterher, bin manchmal langsam. Hoffentlich bin ich gründlich, zuweilen wenigstens. Vor einer Woche drehte hier jemand durch, schrie in den Innenhof. Was er wirklich sagen wollte, blieb unbemerkt. Er rief einzelne Wörter, Beleidigungen der bekannten Art, aber niemand wußte, auf wen er sich eigentlich bezog. Jemand anderes aus der Innenhof-Fraktion drohte mit Polizei – das warf noch einmal Brennstoff auf das erlöschende Feuer. Drohungen und weitere Beleidigungen kamen zurück, aber auch ein Eingeständnis eigener Schwäche: Mann, ich wohne hier wie ihr auch; ich bin besoffen; keine Ahnung, was los ist; ich hasse euch alle; ihr Bitches; ich bin Deutscher, ja, aber aus der Türkei; alles easy, Mann; keine Sorge; ich bin durch, ehrlich. Keine Reaktion von irgendwem. Nur an den Fenstern die Gesichter, lauschend in Nacht und Hof, neugierig oder besorgt. Ja, er war sehr laut.


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