Ohne großen Aufwand, aber sehr anstrengend

Das Beste gebe ich in die Gespräche, das Zweitbeste ins Tagebuch, das Drittbeste landet hier. Ist das so? Nein, es ist anders. Was ich hier schreibe, habe ich im Gespräch nicht unterbringen können – es könnte jedoch sein, daß es vergangene Gespräche reflektiert oder transzendiert. Das Tagebuch ist ein gänzlich anderes Medium als Texte und Tage. Doch es gibt Berührungen, leicht und leise, in mir und thematisch. Daß ich mir selbst Thema bin, hängt damit zusammen, daß ich Menschen hochinteressant finde und mich der Einfachheit halber an jemanden halte, den ich von innen zu kennen meine (worin ich mich mächtig täuschen könnte). Das bedeutet: Während ich beobachte, weiß ich, daß ich beobachte; während ich handle, sehe ich mir beim Handeln zu; während ich rede, höre ich mich reden – und mehr als das. Daß das anstrengend ist, kann sich jeder denken. Ich lebe in dieser Anstrengung, seit es mich wissentlich gibt. Wenn ich also schreibe, bedeutet dies Entlastung.


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