Wir bekommen, solange wir leben, uns selbst nicht aus der Welt gedacht. Wir sollen auch nicht! Denn das, womit wir denken, sind auch wir selbst – einzeln, bestimmt, unwiederbringlich. Es wird mich nie wieder geben. Jemanden, der ähnlich ist, wird es geben können, den Wahrscheinlichkeiten nach. Es mögen auch sogenannte Doppelgänger auftauchen. Meinetwegen. Aber wir sollten uns nicht kleiner machen als wir sind – und wir kennen nicht unsere wahre Größe oder zernichtende Kleinheit. Wie sollten wir sie kennen, uns sind die Maßstäbe nicht gegeben. Tagesaktuell lassen sich sogenannte wichtige Personen identifizieren, aber sie wurden zuvor von anderen selektiert und präsentiert. Das führt zu nichts. Man kann das Gebläse ausschalten, dann wird es nach einiger Zeit still. Sich selbst nicht so wichtig nehmen? – Gut, aber wen oder was denn stattdessen? Wohin führt es, wenn ich mich nicht mehr wichtig nehme? Was bin ich denn dann – NICHTS? Wer möchte mir was erklären mit diesem „nicht so wichtig nehmen“? Ich widerspreche und fordere: Man sollte beginnen, sich selbst endlich wichtig zu nehmen! Im Sinne von ernstnehmen, also erwachsen werden in gutem Sinn, was bedeutet, Verantwortung übernehmen zu können, hin und wieder Haltung zu zeigen, falls das nötig sein sollte, und sonstwas noch. Aber mit Leuten, die sich selbst nicht wichtig nehmen, läßt sich ja erkenntnismäßig kaum reden. Man stieße auf Clownereien oder öde Ironie. Mit den Ironischen (sie halten sich für klug) kann man eine Kippe rauchen draußen auf dem Balkon, wohin sich die Ironischen stellen, weil sie natürlich nur noch ironisch rauchen, also uneigentlich. Sie nähern sich ontologisch dem Nichts und sind von daher unbesiegbar. Ein bequemes, feiges Larifari.
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