Jeder kann was

Mit ihrem Formalscheiß halten sich die Unbegabten halbwegs auf Höhe. Nähme man ihnen die Regularien weg, gerieten sie ins Schwimmen. Institutionen und ihre komplizierten Regelwerke dienen der Sicherung des Mittelmaßes auf jeweiligem Niveau.

Das mittlere Maß kann fahrstuhlmäßig gedacht werden – es mag sich im Keller oder unter den Sternen plazieren. Das Geforderte muß erbüffelt werden können, damit die Hochbegabten, schwierige und bedenkliche Typen, nicht die Welt in die Luft sprengen.

Darin mag man Weisheit erkennen, sogar Gerechtigkeit. Ausgleichende Tendenzen. Doch ein Einzelner kann nicht alles sein: Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer. Wollten wir das, vergingen wir uns an den Ausprägungen. Gleichheit ist der Traum der Mittelmäßigen.

Wovon träumen unsere Spitzentalente? Von einsamer Höhe und einem Spitzenplatz in der Besoldung? Großer Gott, das ist erbärmlich. Geld ist übrigens das Egalitärste seit Einführung der Menschheit in die Erdgeschichte. Eins gleich eins und hoch hinaus in der Logik der Summe. Billige Träume.

Quantitäten von Qualitäten zu sondern. Erkennen, was läuft. Nicht mitmachen, nur weil alle mitmachen. Nicht mitsprechen, da es längst und laut bereits gesprochen wird und wurde. Sich selbst und andere nicht langweilen mit Stoff, der überall zu lesen ist.

Den Bierdeckel wenden, die Rückseite wahrnehmen, nicht länger blöde sein. Die Wirklichkeit ist ein faszinierendes Gebilde aus Unberechenbarkeiten bei relativer (abhängiger) Konstanz der Ergebnisse. Halbmathematisch hingeschmissen, mit einem Fußtritt zu entfernen.


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