(Afghanistan besiegt C in den Schlagzeilen.) Luftbrücke aus Kabul. Ortskräfte evakuieren. Heuchlerisches Gejammer um ein Land, das niemand kennt und kaum jemand kennenlernen möchte, derzeit und seit vierzig Jahren nicht. Bis auf ein paar wenige – die soll man fragen und ausreden lassen. Wer interveniert, ist verantwortlich für die Intervention und die Folgen derselben. Verantwortung ist ein Schlüsselbegriff der politischen Selbstrechtfertigung und zugleich ein Synonym für Macht und Machtausübung. Macht heißt machen können. Aber was haben die, die in Afghanistan westlicherseits was machen wollten, denn machen können? Könnte ich, würde ich. Seit zwanzig Jahren den Kopf schütteln. Aber das macht blöde. Mich ekelt an, um das zu sagen, wie jetzt sich plötzlich die Meinungsleute auf ein Land stürzen, das niemanden interessiert – außer den Interessierten. Die wären zu erkennen und zu benennen. Selbstverständlich sollten wir Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen.
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