Diesen 3. September des laufenden Jahres werden wir – das sind mein nachlaufender Verstand und mein tonangebendes Gefühl nach Eingang der Sinnesdaten – uns genauer ansehen. Nicht wegen der Ausgefallenheit des Datums, nicht wegen besonderer und erwartbarer Ereignisse, sondern aus der jetzigen Idee heraus, einer Nach-Mitternacht-Idee. Da ich demnächst schlafen werde, könnte sie in Vergessenheit geraten. Deshalb schreibe ich sie auf. Es gibt ja auch die Idee vom geglückten Tag, der Peter Handke nachgegangen ist in einem seiner Versuche. Er erwähnt da einen Song von Van Morrison, der der Sache ziemlich nahe komme: Coney Island. Einen ganzen Tag dem Glück zu widmen halte ich für hymnisch und vermessen – aber schön und richtig. Wir dürfen nicht klein beigeben, sollten uns nicht mickrig machen vor dem Andrang von Schwall und Dunst. Fakten zu den Akten. Aber der Milchkaffee wird munden, und nach dem Milchkaffee trete ich auf die Straße und sehe mir das an, was mir geboten wird, und sehe genau hin und spüre die Vibrationen in mir und außerhalb meiner und freue mich, daß ich einstweilen am Leben bin, während mir doch der Tod angedroht ist, unbestimmt wie übles Wetter oder ein herabfallender Stein vom Himmel. Gedichte sind das kompakteste Mittel gegen die Verzweiflung, deshalb bringt man den Kindern kaum bei, wie man sie schreibt. Wir lernen sagen, wie es ist in uns.
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