Auf dem Dorffest gab es eine Prügelei, jemand hatte ein Bierglas genommen, es zerschlagen und mit den scharfen Kanten in Hals und das Gesicht eines Widersachers gestoßen. Das ergab eine ziemliche Schweinerei. Später mußte aufgewischt werden, den Blutenden versorgten die Verwandten. Niemand hatte ein Telephon, auch wenn es bereits einen Rettungsdienst und die Nummern 110 und 112 gab. Ich war damals noch ein Kind, ich habe mir den Namen des Mannes mit dem zerschnittenen Gesicht jahrelang gemerkt. Diese Blutwunde verlieh ihm einen Nimbus aus Furcht und Verehrung. Man warnte uns vor ihm, er sei unberechenbar. Daß er ein Bauunternehmer wurde, später, wunderte mich nicht. Sein Haus war das seiner Eltern, es lag zwischen den Dörfern, gehörte nirgendwohin. Dort oben weht der Wind stärker und heult ums Haus wie hungrige Wölfe. Wenn er noch lebt, der Mann, der blutete, grüße ich ihn.
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