Den Kreis verlassen / Rehabilitation

Sommer, Herbst, Winter, Frühling. Wir werden geboren und sterben auch. Von individueller Wiedergeburt handelt unsere Kultur, die sich aus manchen Quellen speist, nicht. Aber sie handelt vom Wissen, daß das Leben sich zyklisch entfaltet und wieder zurücknimmt. Die Bäume wachsen hoch, aber nicht in den Himmel. Menschen werden alt, aber nicht uralt. Was sich ausdehnt, wird eines Maßes begrenzt. Was sich verringert, kann erneut wachsen. Daß Wissen sich von Weisheit trennen durfte, liegt in der Natur des Wissens und derer, die es begehren. Wissen ist Macht, sagt der Volksmund. Macht ist eine Droge, sie macht süchtig (Siechtum) und wendet sich am Ende gegen den, der sie begehrt und nicht von ihr lassen kann. Man kann den Kreis des Lebens verlassen und versuchen, sich aus ihm auszuschießen, um in eine höhere Ordnung zu gelangen, in einen Orbit, der das verträgt, erträgt oder braucht, was man selbst anzustellen versucht ist. Am Ende wird ein jedes eingefangen von der zermalmenden und grandiosen Kraft des Wirklichen. Das Wirkliche ist die unterschätzteste und fehlgedeutetste Majestät. Wie sie zu lesen ist, bleibt Aufgabe.


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