Wir verstehen besser als gedacht

Ich war siebzehn, vielleicht achtzehn, saß am Tresen einer Bar in Hameln an der Weser, neben mir saß ein Pockennarbiger, der mich missionieren wollte, er war mindestens Mitte vierzig, oder niedermachen oder sonstwas, er erklärte mir, daß mich niemand wegen meiner schönen Augen lieben werde, keine Frau jedenfalls, denn den Weibern ginge es nur ums Geld, und wer genug anschaffe, um das nächste Fahrrad für das Kind zu zahlen usw. Er redete auf mich ein und war ein bißchen sogar einschüchternd, sein Gesicht erinnerte an Charles Bronson (Ein Mann sieht rot). Ich widersprach ihm: Doch, ich glaubte tatsächlich, daß man mich wegen meiner Augen oder meiner Eigenschaften lieben wird und nicht wegen des Geldes, das ich heimbringen werde. Da schwieg er, das war interessant. Er machte eine verächtliche Bewegung mit der Hand, aber die war nachgespielt. Er tat mir leid. Aber ich war zu jung damals, um ihn trösten zu können. Er hätte das nicht annehmen können, ich konnte es nicht geben.


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