Ausgefressen

Als Kind spürte ich es. Schweigen war erwartet. Ergebenheit. Ländlich-bäuerliche Ergebenheit. Schwer und dunkel. Ihr Ausdruck war Schweigen und Betretenheit. Ich muß heute, so viele Jahre später, danach tasten wie nach Spinnweben. Aber diese Betretenheit ist in mir, als ein Schuldgefühl (mag sein). Etwas Großes ist verhängt, das gilt, und niemand weilt unter den Anwesenden, der es leugnen oder in ein anderes Licht setzen oder stellen könnte. Diejenigen, die es betrifft, atmen flach und schnell. Die Schuld ist groß und das Gefühl als ihr Echo um ein vielfaches größer. Der Pfarrer tritt ein und übernimmt, falls jemand gestorben sein mochte. Da war es gut, ihm die Last zu übergeben. So geriet das Geschehene wie durch Zauber- oder Gotteshand in ein Hohes und Bedeutsames. Dafür war man dankbar.


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