Kleine, mittlere, große Sachen

Ich nehme leben persönlich. Denn ich lebe. Ich bin nicht tot. Denn ich kenne den Tod aus persönlichen Begegnungen. Leben ist mehr als existieren. Existieren kann jeder, leben vielleicht nicht. Leben ist für mich ein emphatischer Begriff – ein Begriff zudem, der nicht ganz greifen kann, was er zu greifen bemüht wird. Leben ist die Außerordentlichkeit schlechthin, ist das Gegenteil alles Einsperrenden und dumpfer Einteilung und lächerlicher Berechnung, etwas anderes auch als Statistik usw. Leben heißt die Nacht zum Tag machen, mit einer Toten reden, einem Stein ein Fenster aufmalen, einen inneren Gott anflehen, Bilder malen, Masken photographieren, sich nicht in die Registraturen begeben. Daher die Atemnot auf den Ämtern und vor den Fragebögen. Pressungen. Ich bin zur Not für alles, aber es muß jederzeit einen Ausgang geben. Sonst sprechen wir von Gefängnis. Dessen Wärter werde ich nicht. Andere sind mir einen Schritt voraus. Deren Sache. Niemals dem Zwang das Wort reden.


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