Tusk sei ein stark unterbewertetes Album von Fleetwood Mac. Ja sicher. Ich war damals (1979), als das Doppelalbum erschien, bereits am Leben und hörte Radio, war vierzehn, würde fünfzehn werden, und dann legten die Superstars – ihr eingängiges Rumours-Album, zwei Jahre zuvor veröffentlicht, hatte sie dazu gemacht – dieses „monumentale Doppelalbum“ hin. Die Single-Auskopplung, das Titelstück, enttäuschte mich fast schon maßlos. Fast schon, denn es lag eine Prise künstlerisch-trotziger Selbstbehauptung gegenüber den Warner-Bossen darin, dieses Don’t-say-that-you-love-me-Getrommel, das dann außer Kontrolle gerät, als Hitsingle zu präsentieren. Mittlerweile mag ich es, erkenne das Parodistische usw. Schlau sein lernt sich. Mit Tusk läßt es sich fast überall auf der Welt aushalten, behaupte ich, noch etwas vollmondbeeinflußt. – Was ist besser: unterschätzt oder überschätzt zu sein?
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.