Brausendes

Eine Zeitlang auch ließ sich für mich kaum etwas fühlen. Ich empfand – und empfand nicht. Flach wie Mattenstroh. Aus der Erinnerung der Gefühle kamen Nachrichten und Übersetzungsbemühungen. Ich will meinen: ich war eigentlich tot. Auch die anderen waren wie verwandelt und glichen mit einem Mal Positionen oder Präsentationen, vertrauten Leuten, die ihre angeborene und bislang verborgene Unheimlichkeit ausfalteten. Vielleicht war es wie im Krieg, nur daß kein Gegner erkennbar war. Vielleicht bin ich zurückgekehrt in meine unsichere Sicherheit, vielleicht gestern oder vorgestern. Jetzt fühle ich die Veränderung und kann atmen mit dem streunenden Wind. Ich werde gut schlafen und in der Tiefe ruhen.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Brausendes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert