Warum gabst du uns die tiefen Blicke

Ich war nun, nach vier oder fünf Monaten, erstmals wieder in einer Bar – nachdem ich einen Teil meiner Grundrechte zurückerkannt bekommen habe. Es war seltsam dort und fühlte sich noch nicht gut an. Es fühlte sich an, als sei ich zwar aussätzig gewesen, und zwar zu Recht, aber nun nicht mehr länger ansteckend oder relevant böse. Offenbar war ein Gnadenakt vollstreckt worden. Ich wurde willkommen geheißen wie der verlorene Sohn. Die Freude war echt und auch meinerseits. Doch die Entehrung hält an. Ich benötige keine Almosen, keine Zugeständnisse, kein Mitgefühl. Ich möchte „nur“, daß niemand zu irgend etwas gezwungen und die Angelegenheit ordentlich und in guter Ruhe aufgeklärt wird. Einstweilen lebe ich nämlich in unausgesprochener Schande, und meine Freunde und Bekannten sind dezent genug, mich das nicht spüren zu lassen.


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