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Ich kann mir nicht vorstellen, daß hierzulande bemerkt würde, wenn etwas Außerordentliches geschieht – etwas, das nicht aus der Richtung kommt, in die sie sehen; nicht erfüllt, worauf sie warten.

Nachdem es sich herumgesprochen hat, bemerken es endlich auch die Vervielfältigungsstellen und geben kund, was für sie ganz neu ist. Ich lese kaum mehr Zeitungen, bringe keine Geduld mehr auf für politische Talkshows. Einst konnte ich sie aufbringen, und das Talkshow-Format hat kaum jemand so sehr studiert wie ich. Menschen im Gespräch unter gewollter oder akzeptierter Beobachtung. Das ist nicht nichts, das muß man wollen oder sich herausgefordert fühlen. Wie dumm manche Menschen sind, staunte ich früher. Dumm im Sinne von einfältig oder schlicht. Minister gaben sich als Simpel oder Tölpel zu erkennen, ich hatte Mitgefühl. – Wer sind „sie“? Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich nicht.

Dieses „sie“ beschreibt ein Hilflosigkeitsgefühl.

Früher redeten sie unaufhörlich von „dem System“ oder „der Gesellschaft“. Wie läßt sich das Unfaßbare fassen oder, anders gefragt, warum erscheint es als unfaßbar? Was läßt die Verteiler dieses verteilen, nicht aber jenes?

Meine These bezog sich aber nicht auf Politik oder unmittelbar Politisches. Politisch bekommen wir die sich häufenden Krisen nicht in den Griff – das behaupte ich seit Jahren. Seit Mitte der Neunziger ist mir das klar. Wir benötigen eine andere Kultur, die sich in einer Abkehr vom Quantitativen zu bewähren hätte. Daß die „Funktionseliten“ das nicht leisten können, liegt auf der Hand. Auf sie ist auch nicht zu zählen. Kultur wird von unten nach oben gebaut, sie ist Lebensweise.


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