Die Feigheiten türmen sich zu einer Mauer, über die man vorerst noch nicht zu blicken vermag. Einzelne Steine sind bereits herausgefallen, weitere werden folgen. Feigheit der Wissenschaftler, Feigheit der Ärzte und Mediziner, Feigheit der Journalisten und Publizisten, Feigheit der Theologen und Philosophen, Feigheit der Autoren, Feigheit der Pharmazeuten, Feigheit überall und an Ort und Stelle. Feigheit, Vorsicht, Angst. Statt zu fragen und in Frage zu stellen, ergab man sich der ausgerufenen Kriegslogik und ließ sich rekrutieren. Ein infames Spiel des Geländegewinns wurde durchgespielt und fast gewonnen – ohne „den Feind“ übrigens niedergerungen zu haben. Der Feind ist ein Teil des Lebens und des Todes. Beide sind einander verbunden und müssen es bleiben. Aber bereits das versteht man hierzulande offiziell nicht mehr. Man wird es in Nachbereitung dieses seltsamen Krieges erneut lernen müssen. Die große Lehrmeisterin des Lebens ist die Natur. Daß „der Mensch“ ihr trotzen möchte, liegt im Bereich seines Wünschens, nicht sogleich jedoch seines Vermögens. Siehe die absteigende Karriere der „neuartigen Impfstoffe“. Ich kann den Prometheus-Stolz verstehen, erkenne aber auch seine Grenzen und bin überdies hinsichtlich menschlicher Anmaßung deutlich ausgebildet. Daß ein in der Erprobung befindlicher Impfstoff (ein Gen-Therapeutikum) zu milliardenfacher Anwendung kommen konnte, zählt zu den erklärbaren und aufklärbaren Ungeheuerlichkeiten unserer Zeit. Meine Furcht (ohne Gewißheit) all die Monate bestand und besteht darin, daß hier in erklärter Not (versehentlich oder fahrlässig) ein Verbrechen an der Gesundheit begangen wurde. (Übrigens ist das die Angst, über die niemand zu sprechen wagt.) Wir werden gemeinsam sehen, was es gewesen sein wird.
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