Sie sagte: Rabatz

Wer seine Schäfchen im Trockenen hat, wird sich nicht wünschen, daß es kracht oder knallt. Mir stellt sich die Frage, wer die Schäfchen sind und was das Trockene ist. Zur Beruhigung – die politischen Verhältnisse sind noch längst nicht untragbar, doch sie tendieren dahin, es zu werden. Je nachdem, wie man sich informiert, gelangt man zu unterschiedlichen Einschätzungen. Mir selbst ist der Alarmismus nervtötend und fürchterlich; mir wäre lieb, die Leute ließen sich in Ruhe und man ließe sie in Ruhe. Seit ich denken kann, bestaune ich unsere seltsamen und sehenswerten Politiker, weltweit. Sicher geben sie jeweils ihr Bestes, nur daß sich nicht leicht erkennen läßt, für wen. Ich bin weit entfernt von pauschaler Politikerschelte – mit so etwas trifft man nicht. Die aktuellen Krisen unterstreichen die Kopf- und Orientierungslosigkeit ganzer Gesellschaften. Die Verrücktheiten nehmen zu. Berichte aus der akademischen Welt offenbaren Entwirklichung. Die Sehnsüchte fliegen ins Nichts x-beliebiger Wünsche. Totalitäre Minderheiten formieren sich zu Sekten, die sich viel zutrauen. Während dessen spielen sogenannte Realpolitiker Zug um Zug ihre abgekarteten Partien von Einflußnahme und Geländegewinn. Wie gewonnen, so zerronnen. Zwischen Gewinn und Verlust fließt das Blut, stöhnt die Trauer, lechzt die Rache. Recht und Unrecht werden ununterscheidbar. Bringe jemanden unter Druck, und du wirst sehen, wie verzerrt er endlich spricht, wie unelegant, wie unterlegen. Da hat man was zu lachen, wenn man dumm oder böse ist.


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