Die schäbigsten Witze macht das Leben selbst. Noch vor ein paar Tagen saß ich in der U-Bahn und starrte geistig träge auf die Fahrgastbildschirme. Aufrufe, damit wir Organspender werden. Ich dachte an entnommene und wieder eingesetzte Organe. Da flog das Wort heran, das ich seitdem nicht mehr loswerde: Hirntransplantation. Nun erfahre ich, daß ein italienischer Chirurg in zwei Jahren eine Kopftransplantation vornehmen möchte und der Fachwelt demonstriert, wie er das anstellen zu können glaubt. Einen Interessierten gibt es bereits, der einem neuen Körper nicht abgeneigt wäre, da der krank ist (der Körper). Müssen nur noch die Nerven angenäht (das richtige Kabel finden) und das Rückenmark mit dem Hirn und die Blutkreisläufe verbunden und Abstoßungsreaktionen des Gewebes und andere Kleinigkeiten mehr gelöst werden, und dann kann es losgehen. „Zwei oder drei Spinner findet man immer. Aber nicht dreißig“, wird ein Neurochirurg zitiert, der hofft, daß es nicht dazu kommt. Ein ganzer Stab von Fachmedizinern müßte assistieren, damit der 10-Millionen-Euro-Eingriff erfolgen kann. Möchte noch jemand einen neuen Körper oder vielleicht nur einen neuen Kopf?
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