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In der Stadtteilbibliothek stand im Psychologie-Regal ein Buch mit dem verführerischen Titel Dummheit. Ich nahm es nicht in die Hand, erinnerte mich auch André Glucksmanns Die Macht der Dummheit, das in meinem Bücherregal steht und darauf wartet, daß ich mich seiner erbarme oder es sich meiner. Mich interessiert Dummheit nicht, es sei denn, sie wäre die meine. Vor ein paar Wochen dachte ich über die Dummheit anderer nach, aber da ging es mir schlecht. Aus dem Selbstbehauptungswillen heraus erklärt man sonstwen für dumm. Ob die Dummheit psychologisch zu fassen ist, läßt sich berechtigt fragen. Ich scheue nur das Langweilige der Antworten. Doch das sind Vorurteile. Ich habe das Buch nicht aus dem Regal gezogen, nicht hineingesehen. Klugheit hätte es heißen sollen. Weisheit darf es nicht heißen, denn die paßt nicht hinein.


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