Wir kommen nicht aus ohne eine Einschätzung jeweiliger Verhältnisse, nicht darum herum, wissen zu müssen und wissen zu wollen, wie es wirklich ist. Dazu benötigen wir zuverlässige Quellen, hinreichende Information und jede Menge Erfahrung. Dies alles fehlt uns, wenn wir uns auf sogenannte politische Probleme stürzen oder diese sich auf uns. Wohin wir uns wenden, stoßen wir auf die Verunreinigungen des Interesses. Die Quellen sind unsauber, die Informationen sind selektiert und konfektioniert. Man will was von uns. „Man“ sind die Distribuenten der Nachrichten: sie teilen dies aus oder das. Mit Faktenchecker-Eifer ist dem System der gezielten Zuteilung und Vorenthaltung von Informationen nicht beizukommen. Der Faktenchecker sitzt am äußersten Ende der Kette und könnte selbst Opfer von Manipulationsversuchen sein. Auch der sogenannten Gegenöffentlichkeit oder den Alternativmedien muß mißtraut werden. Wessen Interessen mögen sie wahrnehmen? An dieser Stelle kommt die Erfahrung ins Spiel. Man spricht in unserer Zeit von Medienkompetenz. Die ist dringend nötig, eigentlich geboten. Doch wer verfügt über eine solche? Wem gehört was, könnte man eingangs fragen und sich die Besitzverhältnisse im Mediensektor ansehen. Welche Akteure sind überhaupt unterwegs im Thema meiner Wahl, und wie lauten ihre jeweiligen Interessen. Wer steckt mit wieviel Geld in den laufenden Aushandlungsprozessen. Wer bestimmt, was in den Nachrichten ein Thema ist. Kann ich selbst ein Thema setzen und wie geht das. Die Frage ist ja nicht, worüber gesprochen, sondern worüber geschwiegen wird. Vielleicht gibt es einen Instinkt, der mich durch die Wirren dieser Zeit leitet. Vielleicht gibt es für das Versuchskaninchen einen Ausgang aus dem Layrinth, das es nicht selbst errichtet hat, sondern in das es gesetzt worden ist, jedenfalls sich dort wiederfindet und losläuft, zunächst den Schildern und Hinweisen folgend.
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