Wohin mit dem Grabstein nach Ablauf der Frist. Dreißig Jahre tot und dort unten liegen, verlassen. Der Grabstein sieht aus wie neu. Ich habe dort nie etwas empfunden. Nur das eine Mal, als der Sarg hinuntergelassen wurde in die kalte schwere Erde. Ich lese die Tagebücher aus jener Zeit nicht. Da fing es an, da begann mein Sonderweg. Gräber sind Personendenkmale. 1938-1989. Manche Leute finden etwas zu persönlich. Ich verstehe das. Doch was läßt sich allgemein sagen, ohne daß es gemein ist. Ja, auch ich schätze das vornehme Schweigen. Doch dann wieder kommt es mir vor wie ein Bluff, wie eine einstudierte Verweigerung. Man findet seinen eigenen Umgang mit Fragen des Geschmacks und der Diskretion. Wir sind hier aber nicht bei Hofe, daran sei erinnert.
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