Was wird er als nächstes tun

Eine weitere Fliege ist aufgetaucht, auch sie sprang ins Glas. Ich habe sie herausgefischt, sie kriecht nun auf einer Visitenkarte dem Licht der Stehlampe entgegen. Ihr Wille scheint unbändig zu sein, sie zieht eine Schleppe an Feuchtigkeit hinter sich her, das ergibt einen feinen Streifen auf dem 120-Gramm-Papier. Noch sind ihre Flügel nicht getrocknet, sie putzt sich. Wie klein sie ist! und dennoch wirft ihr Körper einen schmalen Schatten. Die Leiche ihrer Artgenossin, die vor vierundzwanzig Stunden starb, liegt nicht weit von ihr eine Handspanne entfernt am anderen Ende der Visitenkarte. Nach dem, was sich erkennen läßt, ist das der lebendigen Fliege nicht wichtig. Sie reinigt ihre feinen Flügel vom Bier. Es geht um ihr Überleben, entsprechend verhält sie sich. Nun läuft sie bis an den Rand des Tisches. Will sie sich in die Tiefe stürzen? – Das sind 78 Zentimeter. Nein, sie ist umgedreht und sitzt am Rande des Abgrunds und verharrt. Ich weiß nichts von ihrem Bewußtsein, sie nichts von meinem. Fliegen besitzen kein Bewußtsein, ich weiß. Ich stelle mir vor, jemand beobachtete mich auf solche Weise.


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