Die Weihnachts- und Neujahrsansprachen sind Musterbeispiele suggestiver Rhetorik. Adressat der verlesenen Texte ist ein konstruktives Wir. Dieses Wir-Gebilde ist bedroht, hat sich zu bewähren und wird sich bewähren müssen, indem es den Beschlüssen und Befehlen der politischen Leistungs- und Verantwortungsklasse (Funktionselite) Folge leistet. Die Dinge sind, wie sie gesagt werden, und da sie so sind, muß dieses erfolgen und jenes erwartet werden. Alle sollen zusammenstehen, und wenn alle dies tun, geht die Sache gut aus. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt. Ich bin kein Schuft, ich denke Gutes. Mir kommen die Reden anspruchslos und bekannt vor. Die Topoi sind üblich, für Biedermänner gehören sie sich.
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