Niemand kennt mich besser

Seltsam fühlt es sich an dieser Tage. Euphorien und Depressionen. Tage des Jubels, Tage des Jammers. Dazwischentage. Etwas Verkapseltes eignet den Menschen. Man kann kaum jemanden erreichen, innen und wahrhaft. Jeder stöpselt an seiner eigenen Badewanne herum und sucht zu verhindern, daß ausläuft, was in ihr ist. Lauwarmes Wasser. Manche sind schon tot, scheint es. Es ist das Geheimnis des Wissens über Zeit und Geist. Ich soll nachts nicht mehr schreiben, rät mein Coach. Das Negative frißt sonst das Positive auf, meint er. Die Nacht fällt dem Tag in den Rücken. Aber ist es nicht umgekehrt – verrät nicht der Tag das tiefe Wissen der Nacht. Ich sehe mich schon in einem Steinhaus am Ende der Welt sitzen und tagsüber Texte schreiben mit Blick auf das Meer, das gierige Kreischen der Möwen im Ohr, einen duftenden Tee neben mir, dazu auch einen wettergängigen Hund, groß und schnell genug, um Rebhühner zu apportieren, die ich uns vom Himmel schieße in den Phasen von Langeweile und überschäumender Lebenslust.


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