Nicht kapitulieren

Da Nikos Kazantzakis mit seinem Gott gerungen hat, kann ich ihn achten. Wer aber niemals auch nur aufbegehrt hat, was soll ich mit dem? Ich würde mit mir selbst nichts wollen, unter keinen Umständen, könnte ich nicht erkennen, daß ich mich abmühte, kämpfte und mir das an eigenem Wissen erstreite und erwerbe, dessen ich bedarf oder bedurfte. Ich suche ja weiter, ich habe meinen Gott längst nicht gefunden. Ich bin heute wie erwacht, und der infernalische Lärm des frühen Vogelgeschreis überkommt mich wie ein Gerichtsurteil. Du sollst leben. Weiter, immer weiter, nicht stoppen, notfalls nicht schlafen, niemals der kleinen Vernunft gehorchend, die bietet erneut die blöden Verbote. Auf die wilde Schönheit des Seins!


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