Die Rücken der Bücher

Die übleren Filme machen deutlich, wie sehr man ein gutes Buch vermißt. Doch es ist so einfach, sich alles zeigen zu lassen und nur zuzusehen. Andauernd ist man der, der zusieht und zuhört, und zwar an den unwahrscheinlichsten Stellen. Vielleicht sehen wir noch immer auf den Bildschirm oder auf die Leinwand, als schauten wir aus dem heimischen Fenster nach draußen. Ich-bin-dabei-Erregung, es findet hier statt und jetzt. Solche Aufregung liebte ich als Kind auch beim Lesen eines Buches. Wenn es spannend wurde, geschah das Geschriebene in meiner Gegenwart, kaum noch in der Vergangenheit der erzählten Zeit. Ich fieberte mit den Helden und hoffte auf einen guten Ausgang ihres Geschicks. Dunkel ahnte ich, sie würden sterben müssen. Ich haßte die fatale Logik der Tragödie. Bücher aktivieren die inneren Bilder. Eine lange staubige Allee besteht aus vier Wörtern, doch „sehen“ muß man sie in sich selbst. Bei den feinen und gut gemachten Filmen vermisse ich kein Buch. Ich lasse mich führen durch eine lange Reihe von Bildern und Szenen, ganz so, als wäre ich ein kluges Kind und man zeigte mir eine wirkliche Welt.


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