Poesie ist Gottesdienst, sofern sie die Pflanzen und Tiere und das Vorhandene preist, ebenso den Menschen, dem Größeres aufgetragen zu sein scheint als nur dafür zu sorgen, daß er in die eigenen Taschen wirtschaftet und sich und die Seinen auf Kosten der anderen bereichert. Insofern leben oder sind wir gezwungen zu leben in einer der widersinnigsten Konstruktionen, die jemals Menschen ersonnen haben, um sich ihren aberwitzigen und historisch vermutlich einmaligen sinn- und respektlosen Konkurrenzkampf zu erläutern und zu legitimieren. In solcher Zurechtlegung kann nichts Sinnvolles und Haltbares gedeihen. Gelingt dies dennoch, sind die Spielregeln bereits einzeln verändert. Ob es kein richtiges Leben im falschen geben kann – darüber streitet jetzt alle Welt. Es wird immerhin versucht. Das große Ganze wird auf seine Weise reagieren und sich anzupassen versuchen. Das größte Ganze dagegen kümmert sich gar nicht um Menschen und Meinungen. Es erträgt sie. Selbst das könnte täuschen. 9.000 US-amerikanische Autoren protestieren gegen die Etablierung Künstlicher Intelligenz in ihrem Arbeits- und Einsatzbereich, dem der Sprache und des fiktionalen und non-fiktionalen Sprechvermögens. Mir war nicht bewußt, daß es derart viele Autoren in den USA gibt. Mein Nachbar sagt, er fürchte die KI erst dann, wenn sie in der Lage ist, Kalauer zu produzieren.
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