Als eine der Großzügigkeiten unserer bisherigen Kultur der Freiheit habe ich stets die Erlaubnis empfunden, daß Frauen und Männer zwanglos miteinander verkehren können. Sie dürfen ab dem Alter ihrer Geschlechtsreife sogar noch befreundet sein, dürfen sich zu zweit in der Öffentlichkeit zeigen, ohne daß dies zwingend bedeutet, daß sie nun zusammen sind, einander versprochen und fortan unumstößlich verpflichtet.
Freundschaften sind das eine, Paarsein zeigt andere Facetten des Austauschs und der Gabe. Man kann ein guter Freund sein, doch schlecht im Paarsein. Umgekehrt nicht anders: Generationen bewährten sich im Paarsein und verloren ihre Freunde. Das muß nicht bewertet werden, auch wenn man wollte. Jede Paarbeziehung gibt und nimmt. Die Beteiligten nennen es Liebe, und damit hat es auch zu tun, doch nicht unmittelbar.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.