Schule der Geduld

Schaffensprozesse sind solche der inneren Entwicklung. Sie benötigen Zeit. Ich sehe einen Film, in dem ein sogenannter Dichter an einem Schreibtisch sitzt und mit den Fingern auf der Tischplatte kratzt, weil ihm nicht einfällt, was ihm einfallen soll. Woher will er wissen, was einfallen sollte? Er wirkt, als habe er einen Regenschirm verkehrt herum aufgespannt und warte auf den ersten Tropfen. Alles Gute kommt von oben usw. Das wird nichts werden, es beruht auf Zwangsvorstellungen. Der Zwang und das Erzwingenwollen dürfen gehen und verschwinden, das einzig Gute an ihnen ist die Zusammenballung (Konzentration) von Willenskraft und Unvermögen. Sie schlägt Funken. Vielleicht entzündet sich daran trockenes Zurseitegelegtes: Kleinholz und Späne, Schnipsel und abgebrannte Streichhölzer, weggeworfene Papiere und verratene Ideen. Mit der Geduld haben wir es nicht, doch sie wird Einlaß finden eines Tages. Man muß soweit sein, wenn hoher Besuch an die Türe pocht. (Die Nähe von Schule und Schuld.)


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