Entfernungen

Man kann Szenen einsammeln wie Steine am Kiesstrand oder Kastanien im Spätsommer/Herbst. Die Ereignisse fallen vor die Füße. Ein wenig wird man sich bücken müssen, um sie bemühen: Einzelheiten. Das ist nicht zuviel verlangt, schließlich baut man am Werk der Wirklichkeit. Vergißt man dieses jedoch und gibt sich einzeln hin, überläßt dem Augenblick ein eigenes Wirken und storniert den Auftrag, etwas entdecken und einsammeln zu sollen, entstehen den Sinnen die sinnvollen Bilder und Zusammenhänge. Es ist spät nachts, ich habe nur noch diese seltsamen Wörter zur Verfügung, keine anderen mehr; ich bin müde, muß schlafen. Was ich sagen wollte, ist dies: Absichtslosigkeit ist eines der Geheimnisse künstlerischen, das bedeutet: schöpferischen Verstehens. Wahrnehmung ist ein spiritueller Akt. Das Bild vollendet sich im Bemerken und erneuert sich später vielleicht einmal in seiner Darstellung.


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