„‚Und jeder Funken von Erbarmen wird ausgelöscht durch die Gewöhnung an Haarsträubendes‘ (Rede des Antonius in Julius Cäsar). Heute hallen im Theater diese Worte wider wie eine Definition unserer Zeit, in der das Haarsträubende (Haare, die zu Berge stehen) zu der mechanischen Registrierung von haarsträubenden Ereignissen nivelliert ist, die dadurch in ethischer Hinsicht bedeutungslos werden. Diejenigen, denen sich wirklich noch die Haare sträuben, sind inmitten eines von den Medien nivellierten Publikums selten wie weiße Raben.“
Guido Ceronetti, Teegedanken [1987]
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