Ist ein paar Jahre her: da saßen schräg von mir zwei Typen, einer von ihnen zählte die Scheine seines fetten Geldbündels. Ich glaube, er wollte angeben. Eine Dummheit, die unbestraft blieb. Niemand interessierte sich für ihn, niemand hätte tauschen mögen mit dem Leben eines Dealers. Ob er noch lebt und was er jetzt so treibt, frage ich mich. Ist bestimmt acht oder zwölf Jahre her. Wie glückselig oder ahnungslos muß man sein, sich derart zu verhalten. Ein Greenhorn offenbar, ein Wichtigtuer zudem. Andererseits weiß man nicht, wer jemand ist, den man lediglich Geldscheine zählen sieht. Ein schwerer Junge sicher nicht. Die Gedanken gingen hin und her, die beiden Typen stiegen vor mir aus. Ist lange her, ich habe sie nicht vergessen, weiß noch genau, wer wo saß damals in diesem U-Bahnwaggon.
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Auf mich wirken Angeber unangenehm. Warum? Wer angibt, hats nötig, sagt man, und das dürfte wohl stimmen. Da bettelt jemand um etwas, um Bewunderung, um Anerkennung, gibt aber vor, kein Bettler zu sein. Wirft man ihm Bewunderung und Anerkennung in den Schnorrerhut, legt er noch einen Zahn zu. Gar nicht genug kann er kriegen. Das sind die Schlimmsten. Manchmal ertappe ich mich selber beim Betteln. Dank Selbstbeobachtung und Selbstreflektion inzwischen recht selten. Hängt mit dem Alter zusammen, mit Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber anderen Trockennasenaffen.