Ja, gewiß ist es öde, sich anhören zu sollen, über Geschmack lasse sich nicht streiten. Über nichts streitet man sich lieber. Der Geschmack entscheidet, welche leckere Mahlzeit ich zubereite oder welche Speisegaststätte ich aufsuche. Welche Farben man bevorzugt, welche Kleider man wählt. Die Ausbildung eines eigenen Geschmacks ist ein notwendiger Entwicklungsschritt. Was paßt zu mir, wer paßt zu mir. Das Leben soll schmecken, es ist sinnlich. Die Sinne führen zum Sinn, unweigerlich, auch über Umwege. Je genauer ich bemerke, desto untrüglicher arbeitet das Bewußtsein. Das Begriffsbegreifen ist stets nachgeschaltet und eingefärbt vom ideologischen Tralala der Traditionen, die ich hiermit ausdrücklich in Schutz nehme. Tralala soll der guten Laune dienen. Ich bin auch Zirkuspferd, ich arbeite für mein teures Publikum. Selbstverständlich weiß ich, daß ohne Traditionen niemand mehr weiß.
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