Totensonntag war gestern

Die Leere mancher Tage … Es graut der Himmel, es graut das Grauen. Naß und düster stehen die verschlossenen Türen nebeneinander. Im Kopf regnet es. In mir ist es kalt, ich friere. Bald wird es schneien. Ich höre eine Musik, als sei ein Kind gestorben. Lautlos dreht sich das Spielkarussell. Noch immer denke ich über Ciorans Eintrag aus dem Jahr 1957 nach, in den Cahiers: „Werden wir jemals das Drama eines Menschen verstehen, der sein Leben lang das Paradies nie hat vergessen können?“

Aber wie ganz und gar bezeichnend auch: daß ich in jenem Augenblick, da ich sie bemerke und beschreibe, diese Kind-ist-tot-Traurigkeit, plötzlich und erstmalig auf das Wort genau weiß, was meine Kindheit war: mein verblutetes Paradies. Aus dem bin fortgelaufen in die große weite Welt. Es gibt kein Zurück, es gibt kein Paradies mehr. Nicht für mich. Ich könnte aufzählen, was es dort alles gab, angefangen bei den Tieren, nicht endend bei den Leuten aus dem Dorf, der Verwandtschaft ringsum.


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