Vor der nächsten Konsolidierung

Endlich bekommt die um die sogenannten Neuen Bundesländer erweiterte Bundesrepublik Deutschland ihre verdiente Krise. Wir hätten sie ihr vielleicht früher oder später gewünscht. Sie mußte kommen, nur wußte niemand, wann sie kommen würde. Erst recht weiß niemand, wie sie ausgehen wird. Wie auch? Kennzeichen einer Krise, die solche Bezeichnung verdient, ist es, daß der Ausgang ungewiß ist. Das Parteienspektrum wird zersprengt, jedoch die Halbrundaufteilung einstweilen nicht verlassen. Es gilt eisern wie vordem die Links-Mitte-Rechts-Logik. In ihr haben sich Risse und Lücken ergeben, die aufgefüllt zu werden scheinen. Dies zu bewerkstelligen haben sich neue Gruppierungen ergeben. Fast nostalgisch denke ich an Kanzler Schröders „Neue Mitte“ der Nullerjahre, auch an den Merkel-Zug dorthin, durch den die SPD überflüssig wurde. Sie standen sich gegenseitig auf den Füßen, und das hat Platz geschaffen für nachstrebende Begehrlichkeiten. Niemand sollte verwundert sein. Die Linke, sofern eine solche existiert, könnte sich amüsiert zeigen, daß sich demnächst die sogenannte Rechte zersplittern wird.


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