Da ich nun höre, daß Kinder das „F-Wort“ nicht sagen sollen und Pop- oder Filmtitel mit vier Sternen nach dem F aufwarten, frage ich mich, was an ficken so verkehrt sein soll. Sicher, es läßt sich anders benennen. Die Vorschläge erspare ich uns. Meine liebste Serie heißt The End of the Fucking World und handelt von Teenagern und Liebe und Grausamkeit und Sehnsucht und Suche. Natürlich haben sie die Buchstaben durch Sternchen ersetzt, damit niemand sich entrüstet. Warum soll sich niemand entrüsten? Das wäre doch schön, das wäre doch lustig. Vielleicht wäre es aufklärend. Ach, diese Sternchen, die die echten Sterne diskreditieren. Ein Stern, selbst wenn er gezeichnet ist, hat Kraft. Fünf Sterne in der Reihe sind bereits Abzeichen und erinnern an die Armee. Nein, wir folgen nicht der Armee, wir folgen unserem Instinkt. Der sagt mir jedenfalls, daß wir ficken sagen und meinen sollten. Und wenn wir ficken schön finden, werden wir es nicht verunglimpfend benutzen. Über Scheiße und scheiße handle ich ein anderes Mal. Es gibt derart viel zu klären, daß mir die Luft wegbliebe, hätte ich nicht genug davon.
[Siehe auch: Aus dem Zusammenhang 289, 27. Juni 2023]
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