Die offenen Fragen

„Du überschätzt dich, darum machst du dich so klein.“ Schöner Felice-Bauer-Satz in der Verfilmung eines Lebens namens Kafka. Verdreht und gewendet klingt er auch: Du unterschätzt dich, darum machst du dich so groß. Der Trick hinter solchen Paradoxien liegt darin, daß die Stellenwerte getauscht werden. Überschätzen wird der Größe zugeordnet, das Unterschätzen dem Geringen. Es mag jedoch eine Angst vor der Größe geben und mindestens ebenso eine vor dem verschwindend Kleinen. Was läge näher, als sich vor dem Großen klein zu stellen – um es nicht erreichen zu müssen, zu können, zu sollen, zu dürfen. Um ein Recht zu erhalten, die Mission auszuschlagen. Aus Demut, aus Versagensfurcht. Was aber mißt den Menschen und wer?


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