Von hier nach dort

Die besten persönlichen Krisen schneiden tief in den inneren Bestand und scheinen das Bewußtsein zu lähmen. Es gibt für sie anfangs keine Wörter, dafür reichlich wirre und einander widerstreitende Gefühle. Daß etwas zuende geht, spricht sich im eigenen Körper herum, doch das Neue ist noch nicht in Reichweite oder Sicht. Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Leid. Die Wirklichkeit wiegt tonnenschwer. Die Wolkendecke drückt. Alle Wege sind nun mühsam. Wie tröstlich, daß man klagen darf. Niemand sucht sich seine Krise, die Krise sucht uns. Daß sie etwas zu bedeuten hat, ist gewiß. Daß sie zudem sinnvoll ist, sei vorausgesetzt. Ich führe meine Krise durch die Tage und Wochen dieses erblühenden Frühlings und zeige ihr meine bisherige Welt. Vielleicht sollte ich ihr die Führung anvertrauen.


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