Göttin

Wer dick wurde, wird auch wieder dünner. Wer schlau ist, gerät ins Dumme. Wem das Wasser bis zum Hals stand, findet sich wieder auf dem Trockenen. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, nur weil es so aussieht. Menschen können nicht fliegen wie die Vögel, Menschen können nicht unter Wasser schwimmen wie die Fische. Allerdings versuchen sie es technisch. Das läuft auf Einschränkungen hinaus. Es gibt nicht nur eine Ordnung der Dinge, sondern zuvor eine der lebendigen Wesen. Natur ist keine Göttin, doch sie könnte zu einer taugen. Ihre Grausamkeit besteht fort. Es ist ihr eigen, nicht mit menschlichem Maß zu messen. Sie gibt sich aus, sie verschwendet. Moral hat sie nicht nötig.


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Göttin

2 Gedanken zu „Göttin“

  1. L.L. schreibt:

    • Die Aufklärung hat die Natur an die Stelle Gottes gesetzt. Allumfassend wie sie angeblich sein soll, hätte sie keine Grenzen. Allerdings Gesetze. Diese bezeichnen Kausalitäten und Wahrscheinlichkeiten. Natur als Einheit sehen ist letztlich theologischer Humbug. Ein kurzer Aphorismus von Nietzsche fällt mir da ein. Warum, fragte er, ist der Mensch so gern in der freien Natur? Weil sie von ihm keine Meinung hat, gibt er zur Antwort.

    1. „Was aber solche Namen als Begriffe nicht vermögen, leisten sie als Ideen, in denen nicht das Gleichartige zur Deckung, wohl aber das Extreme zur Synthese gelangt.“ (Walter Benjamin, Urspung des deutschen Trauerspiels)

      „Ich fürchte, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik glauben.“ (Friedrich Nietzsche, Götzen-Dämmerung)

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