Unter der Oberfläche

Als ich jugendlich war, sehnte ich mich sehr danach, oberflächlich sein zu dürfen, um mitmachen zu können bei dem, was damals vorrangig anlag. Mädchen ansprechen, ausführen, herumkriegen. Eine Angelegenheit von beiderlei: Sehnsucht und Prestige. Ich nahm alles viel zu schwer und machte die Sache komplizierter, als sie möglicherweise war. Ich weiß bis heute nicht, ob sie es ist oder vielmehr nicht. Vermutlich mal so, mal so (das heißt: anders). Ich bin so froh, daß ich niemanden mehr herumkriegen möchte. Das Zeitwort ist recht passend gewählt. Kriegen heißt bekommen, herum heißt zu einem her. Elendes Geschäft. Mir ist, als fand ich es von Anfang an unwürdig. Ich mag Bekenntnisse, doch ich verabscheue Mogeleien.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Unter der Oberfläche

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert