Während ich den Schneefall bejuble und in der weißen Welt umherstapfe, sprechen andere vom drohenden Verkehrschaos, bitterkalten Nächten und den kommenden Tagen der Knochenbrüche. Man kann auf die Nase fallen und sich sonstwas brechen, ganz so, wie ich es tat, als ich 13jährig den abschüssigen Weg zur Schulbushaltestelle hinunterschlitterte, der Laufweg war eisglatt, ich wollte ausholen und auf den Schuhsohlen weiter als alle anderen schlittern (damit angeben), da riß es mir die Beine weg, drehte mich um 180 Grad und ließ mich gesichtzuerst auf das Pflaster schlagen, so daß ich bewußtlos hätte liegen bleiben müssen, nur daß ich nicht bewußtlos war, sondern sah, wie mir das Blut aus der Nase schoß. So geriet ich das zweite Mal in meinem Leben in ein Krankenhaus (beim ersten Mal wurde ich geboren und weiß nichts davon, spüre aber alles). Das gebrochene Nasenbein wurde gerichtet, die Nase tamponiert, ich blieb eine Woche dort. Atmen nur noch durch den Mund, alles trocken darin, schlechter Schlaf, seltsame Zimmergenossen, Kinder schaffen das. Als die Tamponage gezogen wurde, kitzelte das bis in die Stirnhöhle hinauf. Der Arzt zog und zog, am Ende waren es sicherlich zwei Meter pro Nasenseite, die er einholen mußte (wie ein Fischer). So durfte ich anschließend nach Hause und konnte wieder durch die Nase atmen. Es war sensationell.
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