Vermutlich ist es eine der größeren Aufgaben des Einzelnen, sich jeweils in das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz zu bringen. Im richtigen Leben gelingt das wie von selbst, man muß nicht eigens darüber nachdenken. Im falschen Leben wird buchstäblich alles problematisch, also nachdenkenswert. Da ich mein falsches Leben schrittweise verlasse, sollte es fortan leichter werden. – Skepsis ist jedoch angebracht, denn man kann kein falsches Leben führen oder nur eine Zeitlang ein solches. War jemand sein Leben lang feige, wird es erlaubt sein müssen, ihn einen Feigling zu nennen. Das Mutige, das sicher in ihm steckte und auf günstige Gelegenheit wartete, sich einmal zeigen zu dürfen, verharrte in Latenz. – Nähe und Distanz zu Menschen, zu Ideen, zu Verhältnissen, zu Milieus. Zu jeglichem. Man beachte die Bahnen der Himmelskörper und deren ‚Sinn‘ für Abstandwahrung. Dem Staunen gewidmet sind wir längst.
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