Wie man das aushält

Frühling ist eine Schürfwunde. Allmählich wehen mildere Winde. Soll ich pusten? fragte meine Mutter, als ich Kind war, wenn etwas weh tat, da ich hingefallen war und die Haut aufgeschürft war an den Knien oder den Ellbogen. Der Hauch kühlte die Wunde und wirkte Wunder. Es war schon gar nicht mehr so schlimm, und ich konnte aufhören zu wimmern. Es war jemand da und paßte auf und brachte Trost. Im Frühling gehe ich herum wie ein Verletzter, im Winter passiert mir das nicht. Woran mag das liegen? Ich erkenne etwas notwendig Gräßliches im kläglich-zitternden, jederzeit abwürgbaren Neubeginn des Lebens. Liegt das wirklich daran, daß ich eine Frühgeburt war. Muß ich denn endlos mitbangen und mich fast schon übergeben vor Mitgefühl mit diesen tapferen zarten Pflanzen und Wesen.


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Wie man das aushält

Ein Gedanke zu „Wie man das aushält“

  1. Bei Luise Rinser las ich, dass für die wirklich Melancholischen der Frühling die schwierigste Jahreszeit ist, auch anderswo in Zusammenhang mit Trauma und Überleben las ich dass es keinen schwierigeren Monat als den April gibt, Tim Fischer singt: ich hasse den Deühling er gleicht einer Frau, die alles verspricht und nichts hält

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