Der lange Weg zurück, ohne daß es ein Zurück geben kann

Ich möchte meine Freunde stärker ehren. Mir ist, als wäre ich gelähmt gewesen und hätte nicht zeigen könne, wie sehr ich. Schubweise lösen sich meine Beklemmungen, doch ich stecke teilweise leider weiter fest. In Anläufen und immer neuen Heimsuchungen kehrt die schlimme Zeit zurück, als sie mich hier aussonderten und einer G-Klasse zuordneten, die minderwertig war. Mir blieben folgende Zugänge: Ich durfte arbeiten und zur Arbeit fahren und im Supermarkt einkaufen. Mehr nicht. Das war’s. Um zur Arbeit fahren zu dürfen, benötigte ich tagtäglich einen Test. Ich ging zum Reisebüro, das zur Teststation erhoben war, ließ mir mit Stäbchen in der Nase bohren, daß mir Tränen aus den Augen schossen, ging eine Runde um den Block, meist in Richtung Tempelhofer Feld (Himmel, Erde, Wolken), kehrte zurück und bekam von der Teststation den Befund, daß ich zur Arbeit fahren dürfe. Das Testergebnis legte ich pflichtgemäß meinem Arbeitgeber vor, so daß ich eintreten und arbeiten durfte. Dort arbeitete ich hinter einer Plexiglasscheibe, die als Spritzschutz deklariert war. Ich war Zeuge, wie ein Kollege auf offener Straße einen Test machen mußte, sonst hätten sie ihn nicht hereingelassen. Was ist los? fragte ich ihn. Er sagte: Die haben einen Schuß. Kleiner Sprung: Ich erinnere mich auch des Gesprächs (vor drei Monaten), als ich mit einer Engagierten politisch über Aussonderung sprach, und sie nicht verstehen konnte, daß ich aus einer solchen Erfahrung komme und spreche. Mir wäre es lieb, wenn man mich nicht nur hörte, sondern verstünde.


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