Gipfel und Abstieg

„Jetzt sitz‘ ich da, kaputt und munter, und träum‘ von einer bess’ren Zeit. Vergangenheit und Zukunft, die ha’m jetzt kei‘ Bedeutung mehr“, singt Wolfgang Ambros, etwa 1980. Vier Jahre später war ich Soldat bei der Bundeswehr in Deutschland-West, und einer der Kameraden (so heißen die Kollegen beim Militär, wenn sie einem gleichgestellt und nicht vorgesetzt sind) nahm eine Musikkassette auf, da er annahm, Weiß wie Schnee, das Ambros-Album, könne mir gefallen. Die Drogenanspielung des Albumtitels verstand ich nicht, und bis heute ist sie mir unwichtig. Die Hilfsmittel können in der Kunst eine Rolle spielen, doch die Kunst schaffen nicht sie. Erst helfen, später schaden sie. Kaputt und munter ist ein vorzüglicher Zustand, ich mag ihn empfehlen nach wenig Schlaf und antidepressiver Wirkung. Den Song stelle ich oben ein. Doch das komplette Album zählt. Mit sieben- oder achtundzwanzig Jahren war Ambros dort angekommen, wohin er gemocht haben mag: auf einem persönlichen Gipfel, zugig, kalt, hilfsbedürftig, allein. Rundherum weitere Gipfel. Später der Abstieg.


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