Leben und lassen 2

Wenn das Denken käsig wird und lange Fäden zieht, öffnet man die Tür und spaziert nach draußen. Da ist dann meist schon die Sonne, ein paar Vöglein zwitschern, vielleicht gibt es ein Regengeschenk, gar kein Problem. Man muß sich nicht im Glas der Schaufensterscheibe spiegeln, hat sowieso schon genug von sich. Einfach nur sein, stehen bleiben oder gehen, bemerken ohne zu bewerten – und die Verallgemeinerungen in Ruhe lassen. Gar nicht schlecht, so ein menschliches Leben, wenn es sich einmal läßt. Oft kommt dann irgendeine Gier in die Quere und fummelt am Abzug herum. Die Pistole hübsch gesichert lassen, auch nicht nachladen. Wir spazieren einfach nur so rum, wollen gar nichts.


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