Nach dem Umbau gab es in unserem Bauernhaus ein kleines Klo für Gäste oder für uns, wenn das Badezimmer besetzt war. In diesem Raum hingen denkwürdige Parolen, auf Hölzer in Herzform geschrieben, die kitschig verziert waren, handtellergroß vielleicht, eine lautete: „Aus einem verzagten Arsch kommt niemals ein fröhlicher Furz.“ Das war programmatisch-progressiv. Die zweite Parole war defensiv-deskriptiv: „Erbsen und Linsen lassen’s Arscherl grinsen.“ Folkloristisch sogar. Schämten wir uns nicht? Rhetorische Frage. Nein, wir schämten uns nicht. Auf diesem Zweitklo rauchte unser älterer Bruder seine erste Zigarette. Als die Mutter fragte, warum es dort nach Tabak rieche, antwortete der große Bruder: Ja, er habe das ebenfalls gerochen und deshalb gelüftet. Thema durch. Man kann ein Thema totrobben oder es auf sich beruhen lassen. Wer die letzte Wahrheit will, vernichtet.
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