Die Frequenz

Soeben die deutschen Fußballfrauen im Halbfinale gegen die deutlich gewiefter spielenden US-Amerikanerinnen verlieren sehen. Fußballweltmeisterschaft in Kanada auf dem umstrittenen Kunstrasen, der häßliche Verbrennungen verursacht, wenn eine der Spielerinnen fällt und über „Rasen“ rutscht, der zuvor nicht ausreichend beregnet wurde. Eine Pein für alle Teams. Das 2:0 für die USA völlig verdient. Beeindruckende Kombinationen, hohe Ballsicherheit bei beiden Teams. Schwächen im Abschluß, sofern man dazu kam, bei den Deutschen. Abgezockte Amerikanerinnen. Ich denke, sie sollten den Titel holen. Ich habe mich während des Spiels erst einsehen müssen, nach ein paar Minuten fand ich ins Spiel und seine Dramatik. Es wurde ein sehr eleganter Fußball gespielt, streckenweise brillant, doch in den Sechzehnmeterräumen, in Tornähe seitens der Deutschen unerwartet zaghaft, manchmal überhastet, auch planlos. Wie bei den männlichen Kollegen. Ich frage mich bei nahezu jedem Spiel einer Mannschaft, die ich beobachte oder mag, was die Psyche eines solch komplexen „Wesens“ namens Mannschaft ausmacht. Elf Frauen oder elf Männer, und doch schwingen sie gemeinsam in einer Melodie. Kollektivpsyche – ein unermeßlicher Raum vernünftigen Forschens.


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