Anders formuliert: Das Problem ist, daß sie sich für dich verwenden, indem sie dich für sich verwenden. Man kann das menschlich und verzeihlich finden, im Sinne von geben und nehmen.
Selbstlosigkeit ist eine einsame Insel. Der moralphilosophische Egoismus operiert daran herum. Es wird sogar behauptet, wenn jeder zunächst an sich denkt, sei an alle gedacht.
Ich bin mir nicht sicher, ob es der Liberalität Abbruch tut, wenn man die Motive der Handelnden diskreditiert. Wir werden uns nach wahrhaft Liberalen noch sehnen, wenn grimme Zeiten anbrechen sollten. Es bleibt jedoch der Verdacht, daß liberal nur spricht und handelt, wer es sich leisten kann.
Liberalität als sozio-ökonomischer Sonderstatus? Liberalität als Handlungsauffälligkeit der besitzenden Mittel- und vermögenden Oberschicht.
Andererseits: Nur wer gelten gelassen wird, kann gelten lassen. Eine Auszeichnung verdiente, wer auch dann noch liberal zu agieren versteht, wenn es persönlich und ökonomisch eng wird.
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