Mond und Mann

Er steht am Bahnsteig und wartet. Da erblickt er den Mond, der rund am Himmel hängt wie angeschlagen. Er sucht nach Makeln, findet keine. Das muß der volle Mond sein, denkt er. Aber da man ihm beigebracht hat, seinen Sinnen zu mißtrauen, sieht er auf dem Gerät nach. Jetzt weiß er, daß Vollmond ist. In der Bahn sitzt er neben einem, der Uniform trägt und Gewalt ausschwitzt. Ohne sonderlich nachsinnen zu müssen, weiß er, daß dieser Typ zu jenen gehört, auf die die Machthaber werden setzen können, wenn sie Lager einrichten, um Gegner als Feinde zu mißhandeln. Nein, beweisen läßt sich eine solche Gewißheit nicht. Daß sie keine ist, regt sich die Hoffnung. Er atmet tief durch, als er den Waggon verläßt. Der Mond ist noch da. Sein fahles Licht. Von wo aus sehen ihn die Menschen?


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